Zahnarztmangel bis 2030: Wo in Deutschland bald Zahnärzte fehlen
In Deutschland kommen 1.137 Einwohner auf einen behandelnd tätigen Zahnarzt, im Osten deutlich mehr. Bis 2030 gehen Hunderte Zahnärzte in Rente, viele Praxen finden keine Nachfolge. Die Zahlen der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen im Überblick.
Redaktion DentalHealthLabs · Zuletzt aktualisiert: 6. November 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Kurz beantwortet: 2024 kamen in Deutschland im Schnitt 1.137 Einwohnerinnen und Einwohner auf einen behandelnd tätigen Zahnarzt. In den ostdeutschen Bundesländern waren es 1.216, in den westdeutschen 1.124. Besonders im Osten gehen bis 2030 viele Zahnärztinnen und Zahnärzte in den Ruhestand, und oft findet sich keine Nachfolge. In Sachsen-Anhalt fehlen laut Kassenzahnärztlicher Vereinigung bis 2030 Behandlungskapazitäten für mehr als 500.000 Menschen, in Brandenburg könnten rund 600.000 Patienten ohne Zahnarzt sein.
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Wie viele Zahnärzte gibt es in Deutschland?
| 2024 | Deutschland | Westdeutsche Länder | Ostdeutsche Länder |
|---|---|---|---|
| Einwohner | 83,58 Mio. | 71,17 Mio. | 12,41 Mio. |
| Zahnärzte insgesamt | 103.998 | 87.488 | 16.510 |
| Behandelnd tätige Zahnärzte | 73.511 | 63.308 | 10.203 |
| Einwohner je behandelnd tätigem Zahnarzt | 1.137 | 1.124 | 1.216 |
| Zahnärzte je 100.000 Einwohner | 88 | 89 | 82 |
Quelle: Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), Jahrbuch 2025.
Zum Vergleich: Nach der Bedarfsplanungs-Richtlinie gilt eine Region als voll versorgt, wenn in größeren Städten höchstens 1.280 und in ländlichen Regionen höchstens 1.680 Einwohner auf einen Zahnarzt kommen.
Wo wird es bis 2030 eng?
| Bundesland | Lage laut Kassenzahnärztlicher Vereinigung |
|---|---|
| Sachsen-Anhalt | 1.062 Praxen im Jahr 2024, gegenüber 1.274 im Jahr 2019. 1.157 Vertragszahnärzte und 46 Kieferorthopäden (2019: 1.387 und 56). 2024 schlossen 36 Praxen ohne Nachfolge, 2025 werden weitere 70 Zahnärzte erwartet, die aufhören. 51 % sind 55 oder älter. Bis 2030 fehlen Behandlungskapazitäten für mehr als 500.000 Menschen. |
| Brandenburg | 1.167 Praxisinhaber plus über 350 angestellte Zahnärzte. Rund 40 % sollen innerhalb von sieben Jahren aufhören, etwa die Hälfte der Praxen findet keine Nachfolge. Für eine volle Versorgung fehlen 96 Zahnärzte, bis 2030 könnten 600.000 Patienten ohne Zahnarzt sein. |
| Mecklenburg-Vorpommern | Rund 975 Zahnärzte (Sept. 2023). Versorgungsgrad 96,7 % (2023), Prognose 75,2 % für 2030. In Nordvorpommern werden für 2030 nur 45,4 % erwartet. 2023 fanden 33 von 62 Praxen keine Nachfolge. |
| Thüringen | 1.106 Praxen (Dez. 2023), gegenüber 1.345 im Dezember 2019. 2023 schlossen 97 Praxen, nur 30 fanden eine Nachfolge. Mindestens 100.000 Menschen suchen pro Jahr eine Praxis. |
| Sachsen | 3.042 Zahnärzte (Juni 2023), gegenüber 3.209 im Jahr 2019. Durchschnittsalter 54 Jahre, 427 arbeiten über 65 weiter. Nur jede dritte bis vierte Praxis findet eine Nachfolge. |
Quellen: KZV Sachsen-Anhalt (Januar 2025); für die übrigen Länder Angaben der jeweiligen Kassenzahnärztlichen Vereinigungen, zusammengestellt von den Zahnärztlichen Mitteilungen (Ausgabe 5/2024).
Auch im Westen werden die Praxen weniger
In Nordrhein-Westfalen sank die Zahl der Zahnarztpraxen zwischen 2009 und 2019 um 12 Prozent, von 9.382 auf 8.257. Kamen 2009 noch 1.905 Einwohner auf eine Praxis, waren es 2019 schon 2.174. Am stärksten ging die Zahl in Gelsenkirchen (minus 24 Prozent), Solingen und im Kreis Olpe (je minus 22 Prozent) zurück. Gleichzeitig werden die Praxen größer: Bundesweit arbeiten immer mehr angestellte Zahnärzte in Gemeinschaftspraxen und Versorgungszentren.
Was bedeutet das für Patientinnen und Patienten?
- Längere Wartezeiten auf Termine, vor allem für Neupatienten.
- Längere Wege in ländlichen Regionen.
- Vorsorge wird wichtiger: Wer zu Hause gründlich putzt, die Zahnzwischenräume reinigt und regelmäßig zur Kontrolle geht, braucht seltener eine aufwendige Behandlung.
Was kann ich tun, wenn ich keinen Zahnarzt finde?
- Zahnarztsuche der Kassenzahnärztlichen Vereinigung deines Bundeslandes nutzen. Dort sind alle Vertragszahnarztpraxen gelistet.
- Bei der Krankenkasse nachfragen: Viele Kassen helfen bei der Suche nach einer Praxis.
- Bei Schmerzen den zahnärztlichen Notdienst nutzen, er ist über die Kassenzahnärztliche Vereinigung oder die Zahnärztekammer erreichbar.
- Vorsorge ernst nehmen: Kontrolltermine frühzeitig vereinbaren und zu Hause konsequent pflegen. Wie das geht, steht in unserer Zahnpflege-Statistik und im Zahnpflege-Lexikon.
Das Wichtigste in Kürze
- 2024 kamen in Deutschland 1.137 Einwohner auf einen behandelnd tätigen Zahnarzt.
- In den ostdeutschen Ländern waren es 1.216, in den westdeutschen 1.124.
- In Sachsen-Anhalt sank die Zahl der Praxen von 2019 bis 2024 um rund 200.
- In Brandenburg könnten bis 2030 600.000 Patienten ohne Zahnarzt sein.
- Viele Praxen im Osten finden keine Nachfolge.
Häufige Fragen
Wie viele Einwohner kommen in Deutschland auf einen Zahnarzt?
Laut KZBV-Jahrbuch 2025 waren es 2024 im Schnitt 1.137 Einwohner pro behandelnd tätigem Zahnarzt, in den ostdeutschen Ländern 1.216.
Ab wann gilt eine Region als unterversorgt?
Als voll versorgt gilt eine Region mit höchstens 1.280 Einwohnern pro Zahnarzt in größeren Städten und 1.680 in ländlichen Gebieten. Von Unterversorgung spricht man laut KZV Mecklenburg-Vorpommern erst bei einem Versorgungsgrad unter 50 Prozent.
Warum fehlen vor allem im Osten Zahnärzte?
Viele Zahnärztinnen und Zahnärzte im Osten sind älter als 55 und gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Junge Zahnärzte lassen sich häufiger in Städten oder angestellt nieder, sodass ländliche Praxen oft keine Nachfolge finden.
Passt dazu
Wenn der nächste Zahnarzttermin auf sich warten lässt, zählt die tägliche Pflege zu Hause umso mehr. Für deine Zahnbürste: der UV Zahnbürsten-Sterilisator. Er desinfiziert sie mit UV-C-Licht, reduziert Bakterien unter Laborbedingungen um bis zu 99 % und hält die Borsten trocken. Für die Zahnzwischenräume: Interdentalbürsten. Weitere Zahlen findest du in unserem Artikel Zahnpflege in Deutschland: Zahlen und Fakten.
So ist dieser Artikel entstanden
Dieser Artikel wurde von der Redaktion DentalHealthLabs auf Basis der Statistiken der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der Angaben der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen erstellt (siehe Quellen). Mehr dazu in unseren Redaktionsrichtlinien.
Quellen
- Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung: KZBV-Jahrbuch 2025, Zahnärzte und Einwohner je Zahnarzt (PDF).
- Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung: KZBV-Jahrbuch 2025, Vertragszahnärzte nach alten und neuen Ländern (PDF).
- Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt: Pressemitteilung „Schmerzende Lücken“, 15.01.2025.
- Zahnärztliche Mitteilungen: Die Versorgungslage spitzt sich zu, zm 5/2024.
- Zahnärztliche Mitteilungen: In diesen Städten ist die Zahnarztdichte am höchsten (Bedarfsplanung, NRW-Daten).

